See other templatesZur Webseite von 750 Jahre Lindschied


1100 n. Chr. - 1600

Seit 1100 sind uns die Grafen von Katzenelnbogen als die Sachverwalter oder Vögte des Erzbischofs im Gebiet der 15 Dorfschaften bekannt. Die Grafen von Katzenelnbogen wollten so über die Jahre hinweg die Herrschaft über dieses Gebiet bekommen und ihrem Amt Hohenstein angliedern. In den weitesten Teilen der 15 überhöh’schen Dörfer gelang Ihnen dies auch, Lindschied und Heimbach blieben dabei jedoch eine Ausnahme. Der Erzbischof von Mainz blieb auf der Gemarkung von Lindschied und Heimbach über Jahrhunderte der Grundherr und belehnte es ab dem 11. Jahrhundert den Mainzer Stadtgrafen, die zugleich die Grafen von Rieneck waren. Dem Lehnsherrn waren die Leibeigenen zu Lindschied verpflichtet. Diese Leibeigenen nannte man „Huben".

Daher stammt der Name des Hubengerichts, welches zweimal im Jahr vom Lehnsherrn in Lind-schied unter der Dorflinde gehalten wurde. Geleitet vom Lehnsherren befasste sich das Gericht in der Regel mit geringeren Delikten des Alltags, die mit Geldbußen oder leichteren Leibstrafen sühnbar waren. Zu diesen gehörte der Pranger, das Tragen des Lästersteins oder der Schandpfahl. Ob der erste Rienecker Lehnsherr auf Lindschieder Boden Gerhard von Rieneck (1084 bis 1106) oder sein Schwiegersohn Arnold Graf von Loon-Rieneck war, bleibt ungewiss. In der Ahnentafel der Rienecker entdecken wir, dass einst Philipp von Rieneck mit der Tochter des Grafen Philipp von Sponheim-Bolanden, Kunigunde, vermählt war. Die Bolander waren ein Rheingrafengeschlecht und die Vermutung liegt nahe, dass sich hier die fehlende Lücke zu der Herrschaft der Rheingrafen schließt. Die Grafen von Rieneck selbst blieben bis ins 15. Jahrhundert die direkten Lehnsherren der Lindschieder Huben. Aber auch hier versuchte der Graf von Katzenelnbogen seine Macht auszubreiten.

Als sich zwei Brüder, Diether und Eberhard, im Geschlecht der Grafen von Katzenelnbogen ihre Herrschaft teilten, entstand 1260 der sogenannte Teilungsvertrag. Darin wird unter anderem die Leibeigene Hildegunde von Lindschied erwähnt. Aus diesem Vertrag erfahren wir zugleich zwei Dinge. Zum einen hatte der Graf von Katzenelnbogen schon in diesen Jahren auf dem Gebiet des Grafen von Rieneck, nämlich Lindschied, eine Leibeigene. Weiterhin ist dies die älteste Aufzeichnung, in der Lindschied erwähnt wird. Die erste urkundliche Erwähnung Lindschieds fällt somit auf das Jahr 1260 zurück.

Ein sinngemäßer Auszug aus dem Teilungsvertrag von 1260:

„Die Brüder Diether und Eberhard, Grafen von Katzenelnbogen stimmen der Teilung ihrer Güter zu, die acht ihrer Burgmannen und Freunde, nämlich Heinemann, Thielmann und Heinrich, Ritter von Katzenelnbogen; Peter, Schreiber (notarius); Konrad, Boemund, Dietich von Laufenselden, Hermann, Truchseß, Burgmannen in Hohenstein, in folgender Weise vorgenommen haben: …Die acht Schiedsleute sprechen wieterhin, dass Graf Eberhard das Dorf Kemel, die zwei Höfe in Lieber mit allem Zubehör und die Mühle bei der Burg Hohenstein mit der zugehörigen Weide zu erbrecht besitzen soll, samt folgenden Eigenleuten, die zu dem genannten Dorfe Kemel gehören: in Wambach: den Stellmacher Arnold mit Schwestern und Brüdern. In Selhain: Diedo mit seinem Bruder dem Schmied in Lorch. In Dreispringen: Herwin. In Wisper: die Söhne Heinrichs mit Frau. In Watzelhain: Ruswin mit seinen Brüdern und Schwestern, Arnold mit Frau und Kindern, seinen Bruder Helwig dsgl. Volknand. In Rodenbach: den Stellmacher Konrad mit Brüdern und Schwestern, in Kemel: Volknand mit Frau und Kindern, seinen Bruder Heinrich, die Frau Dietrichs mit Kindern. In Heimbach: ihre Schwester Kunigunde mit Kindern. In Lindschied: Hildegunde. In Huppert: Gozzo. In Mappershain: Diemar. In Reckenrod: Gozzo mit Frau und Kindern, die Brüder Ludwig und Fried-rich. In Weisel: Die Frau Strubos, ihre Schwester mit Kindern. in Miehlen: den Schmied Hermann, Blendefisch mit Brüdern und Schwestern, Grello mit Frau und Kindern. In Bretterche: die Knaben Schönemanns, in Huppert. die Kinder Maltersacks von seiner ersten Frau, in Londerbach: dieFrau Teiros mit Kinder, die Frau des Vogtes in Kemel mit Kindern, Diemar. In Dreispringen: die Frau Cringos mit Kindern. In Langschied: Adelheid desgl. in Laufenselden: die Brüder Harpo und Rudolf."

In die Zeit, als die Grafen von Rieneck Lehnsherren in Lindschied waren, fällt auch der Bau einer Wehrburg auf der Gemarkung Lindschieds. Die Gemarkungsgrenzen Lindschieds waren, wie bereits erwähnt, nach Norden die Kohlbach und nach Osten die Aar. Während jenseits der Kohlbach Katzenelnbo-gener Gebiet, nämlich Hohenstein, lag, befand sich auf der anderen Aarseite der Herrschaftsbereich des Abtes von Bleidenstadt mit seinen Sachverwaltern den Grafen von Idstein und, als diese ausstarben, den Grafen von Nassau. Zum Schutz vor einem Übertritt über die Aar ließ der Graf von Rieneck im Auftrag und mit Genehmigung des Erzbischofs von Mainz auf eine, in das Aartal vorragende, Bergnase der Lindschieder Gemarkung eine Wehrburg bauen.

Als der Bruder des Grafen Adolf von Nassau jedoch zum Mainzer Erzbischof wurde, nutzte dieser jenen Vorteil und ließ sich am 18. Februar 1356 mit der Wehranlage belehnen. Dieser baute die Wehranlage aus und die nun entstandene Burg sollte ursprünglich den Namen Valkenhain tragen. Die Einwohner des Dorfes Rensfelden, welches an der Mündung des Pohlbaches in die Aar lag, ließen ihr Dorf zurück und zogen in den Schutz der Burg. So entstand auf Lindschieder Grund das Dorf Adolfseck. Um den Gebietsanspruch aufzuheben, trennte der Graf von Nassau den Burgberg von der Lindschieder Gemarkung, indem er der Aar ein begradigtes Bett graben ließ. Ob die Wehrburg, die vor 1356 schon auf Lindschieder Gebiet stand, schon Valkenhain hieß, kann nicht mehr nachgewiesen werden.

Vier Jahrhunderte blieben die Lindschieder die Leibeigenen der Grafen von Rieneck, bis diese zu Ende des 15. Jahrhunderts die Breder von Hohenstein mit Lindschied belehnten. In diese Zeit fällt auch die die Entstehung des Lindschieder Ortswappens. Es entstand als Gerichtssiegel nach 1514 und ist 1545 im „Sigel des Gerichtes zu Lindenscheidt" erstmals erwähnt. Es stellt einen rotbewehrten, schwarzen, auffliegenden Hahn auf goldenem Grund dar, der in der Heraldik als Symbol für Wachsamkeit steht. Als das Geschlecht der Grafen von Rieneck dann im Jahre 1559 ausstarb, belehnte der Mainzer Erzbischof, der immer noch Grundherr von Lindschied war, die Gemarkung , das Dorf mit dem Gericht und allem Zubehör direkt an die Breder von Hohenstein. Die Breder von Hohenstein waren kein Adelsgeschlecht und mussten schon bald Ihre Lehensherrschaft teilen. Zum Einen wurden auch die Adeligen von Hohenstein an dem Lehen beteiligt, zum Anderen hatte der Landgraf von Hessen, welcher der Nachfolger der Grafen von Katzenelnbogen war, einige Leibeigene in Lindschied. Mit dieser zähen und geduldigen Politik versuchten die Grafen von Katzenelnbogen und später deren Nachfahren, die Landgrafen von Hessen, auch an den Grundbesitz, welchen immer noch Mainz inne hatte, zu gelangen.

Der Landgraf von Hessen schaffte es, seinen ge-wünschten Einfluss immer mehr zu erlangen. Die endgültige Einigung über den Besitz des überhöh’schen Gebietes und somit auch Lindschieds erfolgte im Merlauer Vertrag, der 1583 zwischen Kurmainz und der Landgrafschaft Hessen abgeschlossen wurde. Mainz konnte dabei einen Teil seiner alten Rechte retten und das Gesicht bewahren. Als die Breder von Hohenstein ausstarben und der Oberamtmann zu Königstein, Gernand von Schwalbach von Nordeck Lindschied belehnte, war nur noch der Mainzer Erzbischof Vertragspartner. Allerdings umfasste der Lehens-vertrag nur noch die übrig gebliebenen Hubenge-rechtigkeiten.

 

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