See other templatesZur Webseite von 750 Jahre Lindschied


400 n. Chr. - 1100

Im 4. Jahrhundert überrannten die Ale-mannen den Südtaunus dann endgültig. Dies war die Zeit, in der sich die einzelnen kleinen Germanenstämme zu großen Völkerstämmen zusammenschlossen . Die Germanenstämme der Chatten gingen daher in der Herrschaft der Franken auf. Um 496 siegten die Franken unter der Führung Chlodwigs über die Alemannen und drängten diese in den Süden des heutigen Deutsch-lands zurück. Ab dem Beginn des 5. Jahrhunderts kam so der Taunus unter fränkischen Einfluss. Noch heute erinnert der Name Hessen an die hier lebenden Chatten.

In der Zeit der fränkischen Besiedlung ist auch die Entstehung Lindschieds einzugliedern. Durch breite Waldstreifen voneinander getrennt, treffen im Taunus drei Gaue aufeinander. Der Niederlahngau, der Einrichgau und der Königsundergau, zu dem auch der Rheingau gehörte. Diese Gaue waren unabhängig voneinander und bildeten nach den Hofgemeinschaften den nächsthö-heren Zusammenschluss. Die Gaue vereinigten sich um einen Thing und wurden von einem Gaugrafen befehligt. Es deutet vieles darauf hin, dass Lindschied in der dritten fränkischen Besiedlungsphase (6. bis 11. Jahrhundert) entstand.

Mündliche Überlieferungen und Steinreste besagen, dass Lindschied in dieser Zeit an der Aar gelegen habe. Von dieser Zeit wissen wir am Wenigsten und vieles lässt sich nur mutmaßen. So zum Beispiel das genaue Datum der Entstehung Lindschieds. Schwer lässt es sich zurückrechnen und auch nur vage sagen, dass wohl um das Jahr 800 hier die ersten Höfe entstanden. Die Besiedler bauten ihre fränkischen Höfe im geschlossenen Viereck. Und nur langsam entstanden aus den weitverstreut liegenden einzelnen Höfen kleine Dörfer. Aber keinesfalls dürfen wir deswegen annehmen, dass die ersten Lindschieder Chatten oder Franken waren. Keine nachfolgende Kultur vermochte es, die hier siedelnden Menschen zu verdrängen. Dies schafften weder die Kelten, noch die Römer und auch nicht die Germanen. Meist gingen die hier Lebenden in den Gemeinschaften der neuen Besiedler auf. Die nun ansässige Bevölkerung mag sich aus einem Gemisch all der verschiedenen Besiedlungsphasen gebildet haben. So lebten die ersten Lindschieder über wenige Jahre frei als Bauern, Hirten und Jäger und waren nur ihrem Gaugrafen zum Kriegsdienst verpflichtet.

Dies änderte sich erst, als der Erzbischof von Mainz seinen politischen Einfluss zu vergrößern gedachte. Mit dem Übertritt der Frankenkönige zum christlichen Bekenntnis wurde auch die Bevölkerung christianisiert. Dies hatte jedoch kaum Einfluss auf die Lebenspraxis. Man nannte sich zwar Christen, lebte aber im heidnischen Glauben weiter. Längst war die Herrschaft der Sachsen abgelöst worden, als im Jahre 983 der deutsche Kaiser Otto II. dem Erzbischof Willigis in der Veroneser Schenkung den Rheingau zur Lehensherrschaft schenkte. Doch der Mainzer Erzbischof wollte noch weiter in den Taunus vordringen und so kam auch das Gebiet der 15 überhöh‘schen Dörfer in seine Gewalt. Es ging ihm dabei um zwei Anliegen. Zum einen wollte er ein organisiertes Kirchennetz aufbauen. Alles kirchliche, aber auch politische Geschehen war hier an Bärstadt gebunden. Sein zweites Anliegen, dem er dabei nachging, war der Drang nach weltlicher Macht. Es gibt aus dieser Zeit weder eine Urkunde, noch sonstige Aufzeichnungen. Ein Weistum aus dem Jahre 1489 benennt die Grenzen dieser 15 überhöh‘schen Dorfschaften. Unter anderem steht hier verzeichnet: „… von dem Buschenposch bisz in die Kolebach, die Kolebach inen bisz in die Arde…".

Diese Grenzen Kohlbach und Aar dürften wohl schon im 10. Jahrhundert die Grenzen der überhöh’schen Dörfer und damit verbunden die Grenzen Lindschieds gewesen sein. Noch heute bilden die Kohlbach und die Aar die Gemarkungsgrenzen unseres Dorfes. Zu den 15 Dörfer der Überhöhe gehörten Bärstadt, Wambach, Hettenhain, Langenschwalbach, Heimbach, Ramschied, Langenseifen, Fischbach, Niedergladbach, Obergladbach, Hausen, Lindschied und die drei aufgegebenen Dörfer Anselberg, Fortelbach und Selhain. Aus den freien Bauern wurden Leibeigene des Erzbischofs von Mainz. Verwaltet wurde dieses Gebiet anfangs von den Vögten des Bischofs, den Rheingrafen.

Gegenspieler des Erzstiftes Mainz waren die Grafen von Katzenelnbogen, die die Herrschaft über den Einrichgau übernommen hatten und nun versuchten, im Gebiet der 15 überhöh’schen Dörfer Fuß zu fassen. Die Grafen von Katzenelnbogen und deren Nachfolger, die Landgrafen von Hessen, versuchten über die folgenden Jahrhunderte sich dieses Gebiet einzuverleiben.

 

Feuerwehr Lindschied

Feuerwehr LindschiedSeit mehr als 75 Jahren sorgt die Freiwillige Feuerwehr in Lindschied für Sicherheit. Besuchen Sie die Webseite der Feuerwehr:

Zur Webseite...

Sportverein Lindschied

SV Lindschied 1975 e. V.Lindschieds größter Verein mit vielen tollen Angeboten! Vielleicht ist auch etwas für Sie dabei, schauen Sie doch einmal rein:

Zur Webseite...

Schützenverein Lindschied

Schützenverein LindschiedOb Luftgewehr, Kleinkaliber oder Böller, besuchen Sie den Schützenverein:

Zur Webseite...

Zum Anfang